Aus den Mails an die Redaktion

Mönchengladbach

Vorderansicht der Caritaskirche in der Albertusstraße

Leserbrief zum Artikel im Lokalboten am 6. April 2026 - "Umbau der Caritaskirche St. Albertus startet"

 

Die Caritas schafft mit dem Beginn der Umbauarbeiten für den Tagestreff für Wohnungslose und von wohnungslos bedrohten Menschen im ehemaligen Gotteshaus am Adenauerplatz Fakten.

Die Stadt Mönchengladbach hat nach einem politischen Beschluss eine Studie bei der (GISS) Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung in Bremen  in Auftrag gegeben; die endgültige politische Freigabe für den Betrieb steht noch aus.

Ursprünglich sollte die hiesige Sozialverwaltung nach einem politischen Beschluss die städtischen Sozialplanung u.a. für den Personenkreis der Wohnungslosen aufarbeiten, darstellen und für mehr Planungs- und Bedarfssicherheit sorgen. 

Das Sozialdezernat verfiel danach leider jedoch über diese Problemstellung offensichtlich in einen Tiefschlaf. Durch die damalige Untätigkeit des Sozialdezernates kommt es nunmehr zu Unklarheiten und Unsicherheiten bei der Nachbarschaft am Adenauerplatz. 

Die Caritas will das Tagestreffangebot auf der Erzberger Str. aufgeben und dafür nach einem 3,5, Mio. teuren Umbau in das ehemalige Gotteshaus am Adenauerplatz umziehen. Aus Sicht der Caritas sicherlich eine wirtschaftlich attraktive Lösung, das nicht mehr für kirchliche Zwecke zu nutzende Gebäude zukünftig zu verwenden, und zwar, wie sie hoffen, mit stetiger Zuwendung öffentlicher finanzieller Mittel aus Leistungsverträgen. Aus Steuerzahlersicht (wegen nicht effizient verwendeter Mittel) und für die dortige Nachbarschaft eine beschwerliche wirtschaftliche, sozialunverträgliche und sozialplanerisch ins Leere laufende Lösung.

Eine Standortsuche im Umfeld des Hauptbahnhofs, somit da, wo sich der problematischste Personenkreis aufhält und der Bedarf für ein Tagestreffaufenthalt am sinnvollsten wäre, wurde seitens der Caritas gar nicht unternommen oder in Erwägung gezogen. Man hatte ja quasi die optimale „christliche“ Lösung für sich gesehen vor der Haustür auf der Albertusstr., wer sollte denn hiergegen schon etwas haben?
 
Zu erwarten ist, dass sich der Personenkreis der Wohnungslosen weiterhin hauptsächlich im Bereich des Hauptbahnhofs MG aufhalten wird, dort aber weiterhin kein Betreuungsangebot vorfinden wird.

Das Sozialdezernat macht bei der Nachfrage in der Öffentlichkeit, warum man damals nicht schon auf eine Alternativstandortsuche bestanden hat, heute den „Hans Guck-in-die- Luft“.

Eine Sache sollte auf jeden Fall für den Steuerzahler in MG klar sein, nämlich, dass die Problemlage im Umfeld des Hauptbahnhofs in MG weiterhin sehr kritisch ist und ungelöst bleibt. Das Sozialdezernat hat durch die Versäumnisse in der Vergangenheit das „Heft des Handelns“ aus der Hand gegeben, überlässt die unangenehmen Aufgaben und Entscheidungen der Kommunalpolitik, bzw. jetzt durch eigenes Nicht-Handeln der Caritas. Derweil bleibt die Nachbarschaft am Adenauerplatz im Regen stehen und alle warten jetzt geduldig auf die eierlegende Wollmichsau durch die GISS, die die Verantwortung anstelle der beruflich dafür Bezahlten tragen soll.

Heinz Herbert Paulus



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