„Betriebsräte sind wie die Superzahl beim Lotto: 39 Prozent der Unternehmen in Mönchengladbach können dazugewinnen“

Mönchengladbach

„Wahlzeit“ hinterm Werkstor: In Mönchengladbach sollen Belegschaften zu Stift und Zettel greifen und Kreuze machen. Die IG BAU Düsseldorf ruft zu Betriebsratswahlen auf.

„Noch bis Ende Mai Kreuze machen“ – IG BAU Düsseldorf startet Appell zu Betriebsratswahlen.

Stift, Zettel, Kreuz – wirklich kompliziert ist es nicht, im Betrieb ein Wörtchen mitzureden: Noch bis Ende Mai laufen die Betriebsratswahlen. Möglich sind die in allen Firmen in Mönchengladbach, in denen fünf oder mehr Beschäftigte arbeiten. Dabei zählen Vollzeit- und Teilzeitkräfte genauso wie Azubis und Mini-Jobber. Darauf hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hingewiesen. 

Von der Industrie über das Handwerk bis zur Dienstleistung: In Mönchengladbach gibt es rund 9.170 Unternehmen mit 134.900 Beschäftigten. In rund 39 Prozent der Firmen kann in Mönchengladbach ein Betriebsrat gewählt werden, so die IG BAU Düsseldorf. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur. 

„Gerade Handwerker in Mönchengladbach sollten ihre Chance, einen Betriebsrat zu wählen, besser nutzen: in Bauunternehmen genauso wie bei Dachdecker- oder Malerbetrieben. Da ist nämlich noch viel Luft nach oben, wenn es um die Interessenvertretung der Beschäftigten gegenüber dem Chef geht“, sagt Tino Brüning von der IG BAU Düsseldorf. 

Aber auch in der Gebäudereinigung sei ein Betriebsrat wichtig: „Immer wieder gibt es gerade in der Reinigungsbranche in der Region Ärger um Dienstpläne, um Urlaub und um fehlende Zulagen für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen. Vor allem aber auch, wenn der faire Tariflohn nicht gezahlt wird. In solchen Fällen ist der Betriebsrat ein wichtiges Sprachrohr gegenüber der Chef-Etage“, sagt Tino Brüning. 

Für den Bezirksvorsitzenden der IG BAU Düsseldorf ist der Betriebsrat ein „wichtiges Instrument, um Konflikte hinterm Werkstor zu lösen“. Vor allem auch dann, wenn es um Arbeitsplätze gehe: „Wenn Jobs wackeln, setzt der Betriebsrat alles daran, Kündigungen zu vermeiden. Auch Azubis können sich auf den Betriebsrat verlassen, wenn es bei der Ausbildung hakt“, so Brüning. Außerdem kümmere sich ein Betriebsrat um die Fortbildung am Arbeitsplatz. 

Mit einem Betriebsrat im Unternehmen laufe es deutlich besser, so die IG BAU Düsseldorf. „Es ist wie mit der Superzahl beim Lotto: Mit einem Betriebsrat hat man einfach bessere Chancen, mehr für sich herauszuholen. Aber das hat nichts mit Lotterie zu tun. Die Vorteile, die man mit einem Betriebsrat hat, sind ein garantierter Gewinn für alle in der Firma“, macht Tino Brüning deutlich. 

Wer in Mönchengladbach auf dem Bau, in der Gebäudereinigung, im Garten- und Landschaftsbau, in der Forst- oder Landwirtschaft arbeitet, kann sich bei Fragen rund um den Betriebsrat an die IG BAU Düsseldorf wenden. Die Gewerkschaft unterstützt Beschäftigte, die in ihrer Firma einen Betriebsrat wählen oder neu gründen wollen: 0211 – 35 59 49 0 oder duesseldorf@igbau.de.



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