Umbau der Caritaskirche St. Albertus startet

Mönchengladbach

Vorderansicht der Caritaskirche in der Albertusstraße | Bild unten: v. l.: André Grosch (Architekt), Frank Polixa (Geschäftsführer des Caritasverbandes), Dr. Christoph Wellens (1. Vorsitzender des regionalen Caritasverbandes) und Propst Dr. Peter Blättler (Pfarrer von St. Vitus). | Fotos: Werner Erkens

Nach Ostern, also in aller Kürze, beginnen die Bauarbeiten zur Umgestaltung der Caritaskirche St. Albertus an der Albertusstraße. Ab dem 7. April wird die Baustelle eingerichtet.

In der entwidmeten und direkt neben der Geschäftsstelle des regionalen Caritasverbandes gelegenen Kirche entstehen Büros für Mitarbeitende, ein Multifunktionsraum für kleinere Veranstaltungen sowie Angebote für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Die Caritas will den bisher an der Erzberger Straße beheimateten Tagestreff Bruno-Lelieveld-Haus für wohnungslose Menschen des Vereins Wohlfahrt in die Kirche verlagern. Außerdem plant er eine medizinische Ambulanz für die Besucherinnen und Besucher des Tagestreffs und eine Kleiderkammer. Hier können Wohnungslose frische Bekleidung erhalten und duschen.

Für die Zeit der Bauarbeiten werden einige Parkplätze in der Albertusstraße wegfallen und der Gehweg in Höhe der Caritas-Geschäftsstelle auf die andere Straßenseite verlegt. Außerdem wird die Straße an einzelnen Tagen für einige Stunden gesperrt werden müssen, damit Material angeliefert werden kann. Gerechnet wird mit einer Bauzeit bis Ende 2027, wobei der Bereich des Tagestreffs Anfang nächsten Jahres fertig sein soll. Die Baukosten sind mit rund 3,5 Millionen Euro veranschlagt.

Der Caritasverband hat die Nachbarschaft vor einigen Tagen über die voraussichtlichen Einschränkungen durch die Baustelle informiert und um Verständnis gebeten. „Wir bemühen uns, die Auswirkungen für die Anwohnenden so gering wie möglich zu halten. Und wir haben darauf geachtet, dass die meisten unmittelbaren Auswirkungen direkt bei uns vor der Caritas-Geschäftsstelle und der Kirche passieren“, sagt Caritas-Geschäftsführer Frank Polixa. Über das Projekt und aktuelle Entwicklungen informiert der Caritasverband auf seiner Website www.caritas-mg.de.

Statements zum Start der Bauarbeiten
Dr. Christoph Wellens, 1. Vorsitzender des regionalen Caritasverbandes: "Als Caritasverband tragen wir Verantwortung für Menschen, die am Rand unserer Gesellschaft stehen. Wir erleben seit Jahren, dass die Zahl der Menschen zunimmt, die auf Unterstützung angewiesen sind. Wohnungslosigkeit ist dabei oft nur das sichtbarste Zeichen von Not. Mit dem Umbau der Caritaskirche St. Albertus schaffen wir einen Ort, an dem Hilfe konkret wird. Der Tagestreff für wohnungslose Menschen ist ein niedrigschwelliges Angebot, das Menschen Stabilität gibt, Beratung ermöglicht und Perspektiven eröffnet. Uns ist bewusst, dass dieses Vorhaben Fragen und Sorgen in der Nachbarschaft ausgelöst hat. Diese nehmen wir sehr ernst. Gleichzeitig sind wir überzeugt: Soziale Herausforderungen lassen sich nicht verdrängen, sondern müssen verantwortungsvoll gestaltet werden - mitten in unserer Stadt."

Frank Polixa, Geschäftsführer des Caritasverbandes: "Mit unserem Konzept erreichen wir, dass die traditionsreiche Caritaskirche St. Albertus erhalten bleibt, dass wohnungslose Menschen gut versorgt werden und dass der Caritasverband seine Arbeit für die Menschen in der Region weiter gut erbringen kann. Für die steigende Zahl der wohnungslosen und bedürftigen Menschen in Mönchengladbach stellt die Einrichtung des Tagestreffs in der Caritaskirche in Verbindung mit einer medizinischen Ambulanz und der Geschäftsstelle der Caritas gleich nebenan eine deutliche Verbesserung dar. Wir denken, dass der Caritasverband der Stadtgesellschaft mit der Caritaskirche ein sehr gutes Angebot macht."

Propst Dr. Peter Blättler, Pfarrer von St. Vitus: "Die Caritaskirche St. Albertus ist seit Jahrzehnten ein prägender Ort in diesem Viertel. Als Pfarrgemeinde freuen wir uns sehr, dass diese Kirche auch nach ihrer Entwidmung vom regionalen Caritasverband in einem guten christlichen Sinn genutzt wird. Kirche hat sich immer schon besonders den Menschen zugewendet, die Hilfe brauchen. Gleichzeitig bleibt die Caritaskirche St. Albertus ein Ort, der mit dem Stadtteil verbunden ist und offen für Begegnung bleibt. Ich wünsche mir, dass Ängste überwunden werden und dass gesehen wird, welche Chancen in diesem Projekt liegen: eine Chance für mehr Miteinander, mehr Verständnis und einen stärkeren Zusammenhalt im Quartier."

Die Bürgerinitiative Adenauerplatz, die der Einrichtung des Tagestreffs für Wohnungslose sehr kritisch gegenübersteht, ist irritiert. Grund: "Nach dem derzeitigen Stand existiert ein politischer Beschluss, wonach vor einer möglichen Verlagerung des Tagestreffs an den Adenauerplatz eine erneute Entscheidung der politischen Gremien erforderlich ist." Und: "„Wenn gleichzeitig Bauarbeiten für einen bestimmten Standort angekündigt werden, während öffentlich darauf verwiesen wird, zunächst ein Gutachten abzuwarten, entsteht bei vielen Bürgerinnen und Bürgern der Eindruck, dass Entscheidungen möglicherweise bereits vorweggenommen werden“, so die Bürgerinitiative.

Die Caritas bestätigt, dass die Politik noch entscheiden wird. Ein externes Gutachten liegt voraussichtlich im Oktober vor. Im darauffolgenden Ratszug soll politisch entschieden werden. Die verbleibende Zeit bis Anfang 2027 reiche aber keinesfalls, den Betrieb, der im Tagestreff Bruno-Lelieveld-Haus Ende Dezember 2026 mangels Mietvertrag ausläuft, fortzuführen. Bis zu 100 Menschen täglich kann künftig in der Caritaskirche geholfen werden. Das ergibt voraussichtlich 30.000 Kontakte jährlich. Es gibt mehrere Tagestreffs in unserer Stadt. Alle laufen ruhig und gut. Die Caritas erwartet, dass das auch an der Caritaskirche so sein wird. Sie will jedenfalls alles dafür tun.

Wenn die Politik sich gegen den Tagestreff in der Caritaskirchen aussprechen wird - dann wird es diese 30.000 Kontakte jährlich nicht geben.

Oberbürgermeister Felix Heinrichs auf Anfrage unserer Redaktion: "... Fakt ist: Es liegt eine Baugenehmigung vor, die umgesetzt wird. Alles weitere wird noch zu entscheiden sein. Daran hat sich aus meiner Sicht auch nichts geändert und wir arbeiten bekanntlich an dem Konzept marginalisierte Gruppen."



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