Schützenfest in Mülfort

Odenkirchen

Fotos: Andreas Reitz und Werner Erkens

75-jähriges Jubiläum der Schützenbruderschaft St. Paulus Mülfort e.V.

Am Samstag war es endlich so weit: Nach langer Vorfreude feierten die Schützen ihr großes Jubiläumsfest zum 75jährigen Bestehen der Schützenbruderschaft St. Paulus Mülfort e.V.

Traditionell begann der Samstag mit der Kranzniederlegung am Ehrenmal der Pfarre St. Paul. Im Anschluss feierten die Schützen gemeinsam das Festhochamt, bevor es zum Maiensetzen zu den Majestäten ging.

General Josef Doncsecz erinnerte in seiner Ansprache zur Kranzniederlegung an die aktuelle Lage mit Krieg, Gewalt und Terror. Er betonte, dass das Ehrenmal auch ein Ort der Trauer sei. Hier gedenke man aller verstorbenen Mitglieder der Bruderschaft, insbesondere Monika Passage, die die Bruderschaft am 27. Juni 2026 verlassen hat.

Im Festgottesdienst blickte Präses Achim Köhler auf die Zeit zurück, als Karl-Heinz Rix im Jahr 1979 erstmals König der Bruderschaft war. Damals sei vieles noch anders gewesen. Das stimmt wohl: Der Festzug führte über die Giesenkirchener Straße, auf dem Marktplatz fand eine Kirmes statt und auch die Parade wurde dort abgehalten. Bis zu seinem zweiten Königsjahr 2018 hatte sich das Bild deutlich verändert.

Im Rahmen des Gottesdienstes standen außerdem zahlreiche Ehrungen auf dem Programm, die Bundessprecher Horst Thoren vornahm. Ausgezeichnet wurden:

•    Janine Passage mit dem Jugendverdienstkreuz in Bronze
•    Hans-Willi Müllers mit dem Silbernen Verdienstkreuz
•    Dieter Glasmacher mit dem Hohen Bruderschaftsorden
•    General Josef Doncsecz mit dem Ehrenkreuz des Hl. Sebastianus.

Dazu sagen wir: Herzlichen Glückwunsch allen Geehrten! Besonders die Auszeichnung von Josef Doncsecz war für ihn ein sehr emotionaler Moment.

Nach dem Gottesdienst ging es zum traditionellen Maiensetzen. In diesem Jahr war der Weg zum ersten Mai nicht weit, denn Kaiser Karl-Heinz Rix wohnt nur rund 100 Meter entfernt. Während draußen in geselliger Runde angestoßen wurde, warteten Kaiser und Majestäten im kühlen Wohnzimmer auf ihre Abholung.

Das Aufstellen des rund fünf Meter hohen Maibaums gestaltete sich zunächst etwas schwierig. Hörte man nur UIUIUI.  Am Ende stand er zwar etwas schief, doch wie heißt es so schön: „Schief ist Englisch – und Englisch ist modern.“

Im Anschluss setzte sich der Zug in Richtung Hofburg des Jungkönigs an der Landfuhr in Bewegung. Dort funktionierte das Maiensetzen deutlich besser. Komplettiert wurde der Brauch schließlich am Festzelt, wo der dritte und letzte Mai gesetzt wurde. Ganz nach dem Motto: Aller guten Dinge sind drei – und diesmal klappte alles reibungslos.

Am Abend fand im Festzelt an der Bruchstraße der große Schlagerabend statt. Durch das Programm führte Rolf Krauss. Für die Unterhaltung sorgten die Showtrompeten Odenkirchen sowie Celina Mars, Marcel Günther, Lea-Maria Kaiser und Horst Krefelder. Die musikalische Begleitung übernahm DJ Dirk Nys.

Für eine besondere Überraschung sorgte jedoch Marina Kuhlen mit ihrem Titel „Kirmes in Mülfort“. Mit ihrer klaren und kräftigen Stimme überzeugte sie das Publikum und das ganz ohne Playback. Eine solche Darbietung erlebt man heute nur noch selten. Sie besitzt ohne Zweifel großes Talent.

Zum Königsehrentanz wurde das Kaiserpaar Rix tatkräftig von der Gastbruderschaft aus Geistenbeck unterstützt. Anschließend klang der Abend mit Musik aus der Neuen Deutschen Welle von DJ Dirk Nys langsam aus. Schließlich mussten Schützen und Königshaus am Sonntagmorgen wieder früh fit sein.

Der Festsonntag
Am Sonntag stand der Höhepunkt des Jubiläumsfestes auf dem Programm: der große Festumzug durch die Honschaft mit dem Abholen der Gastmajestäten, des Kaiserhauses sowie Vertreter aus Politik und Gesellschaft.

Um 11.30 Uhr hieß es für Schützen und Musikkapellen am Festzelt antreten. Währenddessen trafen die Gastmajestäten in der Aula der Gesamtschule am Kaiserhaus ein, wo Präses Achim Köhler sie mit einer kurzen Ansprache begrüßte. Nach dem Eintreffen der Schützen und Musikkapellen holte der Generalstab unter dem Kommando von General Josef Doncsecz die Majestäten zum großen Festumzug mit anschließender Parade und Großem Zapfenstreich ab.

Vor der Parade hieß es allerdings zunächst warten, denn der Zug war rund 20 Minuten zu früh. Man fragte sich, ob dies möglicherweise am geänderten Zugweg lag. Da die Bruchstraße ab der Einmündung Giesenkirchener Straße gesperrt war, musste der Festzug eine andere Strecke nehmen. Da auch das Wetter hervorragend mitspielte, wurde die ungeplante Pause kurzerhand eingehalten. Pünktlich um 13.00 Uhr begann schließlich die einmalige Jubiläumsparade mit dem anschließenden Großen Zapfenstreich. Als Gäste nahmen Bruderschaften aus Geistenbeck, Giesenkirchen, Tackhütte, Untereicken und die Mounties aus Krefeld teil.

Im Anschluss zog die Festgesellschaft zurück ins Festzelt, wo der Kaiserball stattfand. Für Tanz und musikalische Unterhaltung sorgte Alleinunterhalter Roland Zetzen und ließ das gelungene Jubiläumswochenende in festlicher Atmosphäre ausklingen.

Der Klompenmotag
Der Montag geht bei vielen Bruderschaften ruhig zu. Nicht so in Mülfort. Um 14.00 Uhr startete ein Seniorennachmittag. Zuvor lieferte ein bekannter Giesenkirchener Bäckermeister jede Menge Kuchen an. Die Männer der Bruderschaft transportierten die leckere Fracht kurzerhand ins Zelt und bildeten so eine kleine Kuchenparade. Die Senioren kamen aus dem Alloheim, dem Sentivo und dem ehemaligen Käthe-Strötges-Haus (jetzt DRK). Unverhofft kommt oft: mit Hildegard Wirtz aus dem Sentivo war eine 100jährige Seniorin zu Gast. Das Programm gestalteten die Klompenfrauen, an der Spitze Ilona Zinn und Irene Wolter-Maibaum. Für den guten Ton sorgte Roland Zetzen, der genau die richtigen Titel für die Senioren spielte. Beispiel: die Elisabeth-Serenade. Die Seniorinnen und Senioren summten direkt mit. Im Rahmen des Programms trug eine junge Schützin schließlich ein eigenes Lied zum Klompenmontag vor.

Am späten Nachmittag / frühen Abend rundeten ein kurzer Klompenzug und ein Klompenball ein gelungenes Jubiläumsfest ab.

Zu guter Letzt: Nach zweimaligem Diebstahl hat die Mülforter Bruderschaft mit Hilfe des Bezirkshaushaltes MG-Süd erneut ein Starkstromkabel erworben, das nun diebstahlsicher verwendet werden kann. Und: zum Jubiläum fungierte die Bruderschaft als ihr eigener Zeltwirt. Sie besorgte ein Zelt und ein Kellnerteam. Alles lief reibungslos.



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