Wenn Ton zur Geschichte wird

Rheydt

Fotos: © Claudia Schrammen-Herrmann

OGS Kinder entdecken den „Hepp“ im Atelier Kunst & Keramik

In den Sommerferien verwandelte sich das Atelier Kunst & Keramik in einen Ort, an dem Grundschulkinder der OGS Heyden nicht nur Ton formten, sondern auch ihre eigene Vorstellungskraft. Das Ferienprojekt „Hepp – ein Gefäß reist um die Welt“ öffnete ihnen den Blick auf ein jahrtausendealtes Wassergefäß, das seit jeher aus Erde besteht und Menschen über Kulturen hinweg verbindet.

Schon nach wenigen Minuten war spürbar, wie selbstverständlich die Kinder in den kreativen Prozess eintauchten. Der Ton lag weich in ihren Händen, und mit jeder Bewegung entstand etwas Neues. Die Formen, die dabei entstanden, waren so vielfältig wie die Kinder selbst: mal rund und ruhig, mal ganz gerade, sogar eher kantig – aber immer mutig. Gemeinsam mit Ella Barthel und Claudia Schrammen Herrmann, der Inhaberin des Ateliers, legten die Grundschulkinder sofort los und setzten ihre Ideen mit sichtbarer Begeisterung, Mut und einer erstaunlichen Portion Kreativität um.

So wurde jedes Gefäß zu einem kleinen Charakter, einem eigenen Statement, einer stillen Geschichte. Mit großer Hingabe modellierten die Kinder ihre Hepps und bemalten sie anschließend. Die farbige Engobe verlieh den Gefäßen eine besondere Tiefe – manche Muster wirkten wie Erinnerungen, andere wie kleine Abenteuer. Es war ein Arbeiten, das nicht nur handwerklich, sondern auch emotional berührte.

Ein Moment blieb besonders hängen: Ein Mädchen betrachtete ihr fertiges Gefäß, hielt es vorsichtig in den Händen und sagte mit einem Lächeln, das den ganzen Raum heller machte: „Ich wusste gar nicht, dass ich eine Künstlerin bin.“ Dieser Satz fasst zusammen, was Kunstpädagogik leisten kann: Sie schafft Räume, in denen Kinder sich selbst neu entdecken. Sie zeigt ihnen, dass Kreativität kein Zufall ist, sondern ein Prozess, der entsteht, wenn man Vertrauen, Zeit und ein Stück Ton bekommt.

Das Projekt „Hepp“ hat den Kindern nicht nur ein neues Material nähergebracht, sondern auch ein Gefühl von Selbstwirksamkeit und Stolz. Ein einfaches Gefäß wurde zu einem kleinen Weltreisenden – und die Kinder zu Gestalter/innen ihrer eigenen Ideen.

Finanziert wurde das Ferienprojekt durch das Bildungswerk der AWO Mönchengladbach, das damit erneut ein starkes Zeichen für kulturelle Bildung und kreative Teilhabe setzt.



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