Ein Donnerstag in Wickrath

Wickrath

Fotos / Repros: Werner Erkens

Der Donnerstag ist für viele Wickrather in interessanter Tag. Morgens findet der Wochenmarkt statt. Zwar ist bei der Bestückung durch Marktbeschicker noch Luft nach oben - aber frisches Obst, Gemüse, Eier, Gebäck, Pflanzen, Textilien und einiges mehr werden angeboten. Die Wickrather kommen gerne hierhin.

Am Morgen des 16. Juli, ein Donnerstag, war zusätzlich Oberbürgermeister Felix Heinrichs im Rahmen seiner Wochenmarkttour vor Ort in Wickrath. Der direkte Kontakt mit dem Bürger ist ihm wichtig. In Wickrath warten zahlreiche Bürgerinnen mit ihren Fragen. Die Schwerpunkte der Fragen an diesem Morgen: Wie geht es weiter in MG mit Blick auf Starkregen? Welche Maßnahmen werden ergriffen, damit das Wasser abläuft statt in Kellern zu stehen? Wie geht es weiter, wenn der Braunkohletagebau wirklich endet? Fragen zu Radwegen, Infrastruktur. Ein Dauerbrenner sind Fragen nach der Sanierung des Wickrather Rathauses. Felix Heinrichs dazu: "Es ist noch nichts entschieden. Das Wickrather Rathaus ist eine von vielen Problem-Immobilien dieser Stadt."

Seit 5 Jahren gibt es den direkten Kontakt zu den Bürgern und funktioniert gut. Deshalb kommt der OB auch im nächsten Jahr erneut nach Wickrath.

Gemeinsam mit Felix Heinrichs waren die Kolleginnen und Kollegen des Bürgerdialogs vor Ort. Dazu Bezirksbürgermeister Udo Gerards, Bezirksverwaltungsstellenleiter Lothar Breimer, Ratsherr Heinz Ritters und Kollegen von mags. Kompetenz genug um Anliegen zu plazieren.

Udo Gerards: "Die Themen sind vielfältig. Darunter Fragen zu Bebauungsplänen, Verkehrsthemen, Fragen zur Quadtstraße, die als Fußgängerzone rege befahren wird, Fragen zur Haushaltssperre - und was jetzt noch möglich ist."

Die zur Verfügung stehenden EUR 100.000 aus dem Bezirkshaushalt wurden in der ersten Förderrunde komplett vergeben. Grund: Es gab 52 sinnhafte Anträge mit einem Volumen von 260.000 Euro. "Worauf hätten wir noch warten sollen?" Damit ist zumindest der Bezirkshaushalt MG-West nicht von der diesjährigen Haushaltssperre betroffen.

Von mags waren an diesem Donnerstagmorgen Gunnar Bunse und Jochen Wolfs in Wickrath vor Ort. Die beiden Mitarbeiter nehmen Beschwerden, Kritik, Anregungen aber auch Lob entgegen. Die an einem solchen Morgen gesammelten Erkenntnisse werden umgehend an die Fachabteillungen bei GEM und mags weitergeleitet. Für die Gesprächsbereitschaft der Bürger gibt es kleine Geschenke: eine wiederverwendbare Tasche für den Obst- und Gemüseeinkauf. Gegen Zigarettenkippen in der Landschaft hilft der Taschenaschenbecher. Von außen aus Kork, innen mit Aluminium ausgekleidet. Darin kommen selbst noch brennende Zigarettenstummel. Kippe in den Alu-Aschenbecher, Restzigarette erlischt und ab in die Hosen- oder Handtasche: statt in die Landschaft zu schnippen. 

So weit - so gut.  Auf dem Wochenmarkt fehlte jemand: Heimatvereinsvorsitzender Uli Mones, in Wickrath als der Kümmerer bekannt. Er wäre präsent gewesen, befand sich aber wenige hundert Meter entfernt im Gemeindehaus der Ev. Kirchengemeinde Denhardtstraße 21. Hier bietet Petra Voigt wöchentlich donnerstags von 10.00 bis 12.00 Uhr eine Formular-Ausfüllhilfe an. Zusätzlich gibt es Lebensmittelgutscheine. Jede zweite Woche unterstützt Uli Mones das Engagement. Im Gespräch mit Uli Mones bläst er in die Wangen und zeigt Verständnis für die Hilfesuchenden: "11 Seiten Wohngeldantrag. Da muss selbst ich als erfahrener Verwaltungsmensch aufpassen!" Die Wickrather sind jedenfalls froh, dass es dieses ehrenamtliche Engagement gibt. Bei unserem Besuch warteten die Hilfesuchenden vor zwei Büros mit der notwendigen Geduld. 

Wenn es Infostände in Wickrath gibt, dann fast immer am Donnerstag, am Rande des Wochenmarktes. Wenn in Wickrath etwas geregelt wird, dann nicht immer aber oft an einem Donnerstag.



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