Die Empörung ist groß. Bislang Unbekannte haben am Wochenende (18.,19. April) einen Teil der Sitzgruppe im „Garten mit Brücken“ hinter dem Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ) an der Lüpertzender Straße 69 komplett zerstört. Julian Strzalla, stellvertretender Leiter des ALZ: „Wir haben sofort Anzeige erstattet und bitten um Hinweise auf die Verursacher.“ Die werden vertraulich behandelt.
Die mutwillige Vollbeschädigung ist der vorläufige Höhepunkt einer Reihe von Sachschäden und Schmierereien im Brücken-Garten. Hinzu kommen Müll, Flaschenscherben etc., die mutmaßlich Jugendliche bei ihren vorwiegend abendlichen Treffen dort hinterlassen. Der ganze Abfall muss von ALZ-Mitarbeitern beseitigt werden.
Zertrümmert wurde jetzt eine Tischplatte, die Teil der Sitzgruppe war und wie die bunten, großen Brücken von der Neuseeländer Künstlerin Ruth Buchanan geschaffen wurde. Die Zerstörung des Kunstwerks ereignete sich während einer Zeit, in der Arbeitslosenzentrum bzw. der "Garten mit Brücken" geschlossen waren. Die TäterInnen drangen, bevor sie die Platte aus hartem Kunststoff in Einzelteile zerlegten, widerrechtlich in das Privatgelände ein. ALZ-Leiter Karl Sasserath: „Sie begingen folglich Hausfriedensbruch.“
Alle Kunstwerke – also auch die Sitzgruppe – sind Eigentum der Kulturstiftung des Museums Abteiberg. Das monumentale (Brücken-)Ensemble, das Orte wie Menschen sprichwörtlich verbinden soll, wurde mit öffentlichen und privaten Geldern finanziert. Die Regie führten die „Neuen Auftraggeber“, eine Berliner Organisation, die Kunst im öffentlichen Raum fördert. Das ALZ war und ist an der Finanzierung der „Kunst hinterm Haus“ nicht beteiligt. Es hat aber die Patenschaft für den Komplex übernommen – Pflege wie Öffnung der umzäunten Anlage.
Im Mai 2023 wurde die Brücken-Kunst festlich eröffnet. Schirmherr der Anlage ist OB Felix Heinrichs (SPD). In der folgenden Zeit – vor allem in den Sommermonaten – kam es immer wieder zu Beschädigungen und Vermüllung. Nicht nur im Brücken-Garten, sondern auch im Jonas-Park sowie angrenzender VHS und Musikschule. Der Polizei und dem kommunalen Ordnungsdienst der Stadt sind die Probleme bekannt. Sie gehen davon aus, dass mutmaßlich die Drogenszene Auslöser der Zwischenfälle ist. Es kam bereits zu Einsätzen, Platzverweisen etc.. Doch die Leute kommen immer wieder. Mittlerweile wurde eine Kamera-Anlage installiert, bezahlt vom Brücken-Eigentümer.
Sasserath: „Der Tisch ist Teil der Sitzgruppe, die BesucherInnen Gelegenheit zum Austausch und Verweilen bietet. Das Arbeitslosenzentrum bestürzt diese Tat, weil sie die Ressourcen der Öffentlichkeit und darin einer marginalisierten Gruppe mutwillig zerstört.“
Hinweise an: Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach, Lüpertzender Straße 69, 41061 Mönchengladbach, Telefon 02161-20194 // 02161-20195, info@arbeitslosenzentrum-mg.de