Am Tag des offenen Denkmals: Rheydt – sehen!

Rheydt

Tag des offenen Denkmals, Hauptstraße historisch | Foto: © Stadtarchiv Mönchengladbach

Am 13. September können sich Interessierte über die besondere Architektur der Rheydter Innenstadt und ihre einzigartige Entstehungsgeschichte informieren

Am Tag des offenen Denkmals – Sonntag, 13. September – lädt die Untere Denkmalbehörde der Stadt Mönchengladbach zu Vorträgen und Führungen in die Rheydter Innenstadt ein. Das Programm startet um 13.00 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum Ernst-Christoffel-Haus an der Wilhelm-Strauß-Straße 34 in Rheydt. Nach einer kurzen thematischen Einführung wird der Leiter der Unteren Denkmalbehörde, Luis Kohl, mit einem Vortrag einen spannenden Einblick in die Epoche der Nachkriegsmoderne geben. Im Anschluss – ab ca. 14.00 Uhr – gibt es Gelegenheit, an Führungen durch den Denkmalbereich der Rheydter Innenstadt teilzunehmen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Eine begleitende Broschüre führt auf eine Entdeckungsreise durch Rheydt und bietet vielerlei Hintergrundinformationen. Sie liegt in den Rathäusern, Bibliotheken und Museen sowie in einigen Rheydter Geschäften aus und ist auch online auf der Website Stadt Mönchengladbach abrufbar (https://stadt.mg/denkmaltag ).

Nachkriegsstadt Rheydt
Die Rheydter Innenstadt ist das Ergebnis eines außergewöhnlich frühen und radikalen Neuanfangs nach 1945. Der weitgehend zerstörte Stadtkern wurde nicht rekonstruiert. Stattdessen orientierte man sich an den üblichen Leitbildern der Nachkriegszeit: die aufgelockerte Stadt und vor allem eine besondere Gewichtung auf den zunehmenden Verkehr. Zugleich prägten innovative Baukonstruktionen und Architekturgestaltungen das neue Erscheinungsbild als Ausdruck eines tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandels nach 1945.

Grundlage des Wiederaufbaus war der Generalbebauungsplan von Alfons Leitl. Die einstigen Vorstellungen von Fortschritt bleiben bis heute unmittelbar ablesbar und bestimmen das Stadtbild. Die geschlossen erhaltene Architektur macht die Rheydter Innenstadt zu einem städtebaulich bemerkenswerten Beispiel dieser Epoche. Seit 2016 ist sie als Denkmalbereich ausgewiesen.

Der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur" sowie das 10-jährige Bestehen des Denkmalbereichs "Innenstadt Rheydt" bieten Gelegenheit, sich die historisch gewachsenen Zusammenhänge anhand der Architektur in Erinnerung zu rufen. Durch das bewusste Wahrnehmen von Wegen, Blickachsen und Nutzungsstrukturen wird die Nachkriegsstadt als zusammenhängendes System und damit als Teil der eigenen Stadtgeschichte erkennbar.

Teil der größten Kulturveranstaltung Deutschlands 
Der Tag des offenen Denkmals ist die größte Kulturveranstaltung Deutschlands. Jedes Jahr am zweiten Sonntag im September öffnen bundesweit rund 7.000 Denkmäler in etwa 2.000 Städten und Gemeinden ihre Türen und laden zur Spurensuche ein. In Mönchengladbach bieten neben der Unteren Denkmalbehörde auch die Evangelische Hauptkirche in Rheydt, die sich auch im Denkmalbereich befindet, und die Schriefersmühle eigene Programme an. Koordiniert wird der Aktionstag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Mehr Informationen gibt es unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.



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