Als erster Redner sprach Dr. Günter Krings zu den Odenkirchenern. Für ihn ist der Neujahrsempfang des HVO eine gute Tradition. Das sein das Zeichen: Jetzt gehe das Jahr richtig los. Das Thema Weltpolitik ordnete er richtig ein. Eine der Aussagen. "Wenn wir in Richtung Amerika schauen, dann denke ich mir: Langsam müssen die Erwachsenen wieder das Regime übernehmen." Spontaner Beifall. Insofern sei es doppelt gut, nicht nur nach Berlin und in die Welt zu schauen, sondern das Heimatbewusstsein zu stärken: "Mit der Heimat im Herzen, haben wir Chancen, das Jahr gut zu überstehen!"
Vanessa Odermatt, Mitglied des Landtages, freute sich über die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Sie betonte: "Der Heimatverein und Vereine überhaupt brauchen Menschen, die sich immer wieder aufs Neue engagieren!" Vereine zu haben ist sehr wichtig. Als junger Mensch wusste ich gar nicht, dass es einen Heimatverein gab. Heute weiß ich, dass er sehr wichtig ist."
Gülistan Yüksel vertrat den Oberbürgermeister. In ihrer kurzen Ansprache betonte sie: "Der Neujahrsempfang hier in der Burggrafenhalle hat eine lange Tradition. Und doch wirkt jede Begegnung neu, frisch und voller Möglichkeiten."
Und weiter: "Die Vereinslandschaft bildet das Rückgrat unserer Gesellschaft. Hier findet das klassische Ehrenamt statt, hier entsteht Gemeinschaftsgefühl und hier zeigt sich Solidarität im Alltag. Heimat wird hier greifbar. Eine Heimat, die offen ist für alle, die sich einbringen und die dazugehören möchten – unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialer Stellung. Politik und Verwaltung müssen gute Rahmenbedingungen schaffen. Rahmenbedingungen, die das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen unterstützen, neuen Projekten Raum geben und Bewegung in die Entwicklung unserer Stadt bringen. … Ich bin überzeugt, es ist eine Herausforderung als Heimatverein, im Spannungsfeld zwischen Tradition und Fortschritt die richtige Balance zu finden. Doch wir sehen, dass dem Heimatverein Odenkirchen genau das gelingt. Er ist nicht nur ein Kapitel Heimatgeschichte, sondern bietet den Menschen, hier vor Ort ein Stück Heimat- jeden Tag neu. … Sie, liebe Vereinsmitglieder, tragen dazu bei, dass Odenkirchen, aber auch die Stadt MG als lebens- und liebenswert empfunden wird. Bitte machen Sie weiter so, bauen Sie Brücken und fördern sie den gemeinschaftlichen Zusammenhalt. Herzlichen Dank allen für ihr Engagement und Ihre Bereitschaft im Heimatverein und in den Vereinen Verantwortung zu übernehmen."
Nur einen kurzen Ausflug in die Weltpolitik unternahm Bezirksbürgermeister Ulrich Elsen: "Die Weltpolitik erreicht uns täglich auf allen Kanälen und versetzt uns alle gleichermaßen in Sorge. Da würde ich Ihnen nichts Neues erzählen, denn die Weltordnung hat sich völlig verändert. Haben wir in den letzten Jahrzehnten erleben dürfen, wie das Zusammenleben der Völker durch Bündnisse und Verträge friedlich geregelt werden sollte, so herrscht nun an vielen Orten das Recht des Stärkeren, das Faustrecht der Autokraten und das ist keine gute Wendung. Es ist zu hoffen, dass es uns in Europa gelingt, hier durch Einigkeit und Entschlossenheit unsere auf Einigkeit, Recht und Freiheit basierende Grundordnung für uns und unsere Kinder und Enkel zu erhalten."
Elsen hatte eine Überraschung mitgebracht. Ein Postkartensammler aus Essen stieß im Rahmen seiner Recherchen auf eine 72 Jahre alte Postkarte, ausgestellt von der Odenkirchenerin Resi Geiser. Die Karte zeigt den Kreuzweiher und die Laurentiuskirche sowie eine Reihe von kleinen Bildern aus Odenkirchen, die ganz geschickt in die Karte eingearbeitet wurden. Der Postkartensammler schickte die Karte mit folgender Adressierung los: „An den Bürgermeister von Odenkirchen“. Sie kam bei Uli Elsen problemlos an. Der entschied dann: die Karte ist sehr gut aufgehoben im Archiv des HVO. Deshalb schenkte Uli Elsen dem HVO diese Karte.
Für den Heimatverein blickte die 2. Vorsitzende Marion Gutsche auf die Jahre 2025 und 2026. Da in 2025 der Plattdeutschnachmittag aufgrund fehlender Akteure ausfiel, warb sie um neue Mitwirkende. Einer davon könnte Reiner Steppkes sein, der bereits während des Neujahrsempfangs mit einem humorvollen plattdeutschen Vortrag erfreute.
Und 2026? "Ein neues Jahr heißt neue Chancen – und auch neue Aufgaben. Wir wollen weiter bewahren, was Odenkirchen ausmacht: seine Geschichte, seine Orte und ganz besonders seine Menschen. Gleichzeitig wollen wir offen bleiben für Neues: für neue Mitglieder, neue Ideen, neue Formate – und neue Generationen. 2026 – das wird aber ein ganz besonderes Jahr. Denn wir feiern: 75 Jahre Heimatverein Odenkirchen. Wir feiern am 20. Juni mit einem großen Bürgerfest auf dem Martin-Luther-Platz. Das ist nicht nur ein Jubiläum – das ist eine Einladung an ganz Odenkirchen: zum Mitfeiern, Mitmachen und vielleicht auch zum Dabeibleiben."
Neben den Reden gab es auch ein Rahmenprogramm: Sparkling Dancers, die Showtanzgruppe der Hephata Jugendhilfe, die Tanzgarde der KG Schwarz-Gold Rheydt, Tänzerinnen der Ballettschule Valérie Ghiglione und die Showtrompeten Odenkirchen. Die Tanzgarde von Schwarz-Gold Rheydt bewies: Ehrenamt und Professionalität sind keine Gegensätze. Die Herzen der Gäste flogen den Tänzerinnen förmlich zu. Ein guter musikalischer Vortrag gelang den Showtrompeten Odenkirchen. Sie bewiesen an diesem Morgen: Musikalität geht vor Lautstärke. Eine gute Entwicklung der sympathischen Musiker.